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Hydra (Edit)

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Verderbnis
Captain

PostPosted: Sat Nov 03, 2007 4:56 am


Die alte Version habe ich gelöscht, sie hat völlig falsch angefangen und verlief völlig falsch. Ich hoffe dass mir diese zum Schluss besser gefallen würde. Kommentare, Kritiken und Anregungen in meinen Thread bitte.

2. Anlauf:

Hydra


Prolog:


Als die Menschen nach den Sternen griffen, taten sie dies aus ihrem primären Interesse heraus Ressourcen zu sichern. Sie war in der "Zeit der Streuung", das was man später als aggressiv-invasiv bezeichnen würde. Sie zeichneten in ihrer Verschwendungssucht ganze Planeten neu. Doch dieses Verhalten nahm ein jähes Ende, als der erste Kontakt zu einer fremden Spezies hergestellt wurde. Die Fremden waren technisch sehr weit fortgeschritten und vereinten Funktion und Design in allem was sie hervorbrachten. Sie trugen glänzende verchromte Panzerungen und ihre Gesichter waren nicht zu sehen. Später zeigte diese neue Spezies woanders ihr wahres Gesicht: sie waren aggressiver und brutaler als die Menschheit es jemals sein könnte. Auf grausame Art töteten sie unzählige Menschen und vernichteten ganze Planetensysteme innerhalb kürzester Zeit. Die Menschheit kam dem Treiben der "Scripa" nicht bei und die Erde wurde fast vernichtet. Die Angriffsflotte der Scripa wurde durch ein einzigartiges Ereignis komplett vernichtet. Ein Schiff unbekannter Herkunft schoss sämtliche Schiffe praktisch im Alleingang ab. Die Menschheit hatte Zeit gewonnen. Viele hundert Jahre brauchte um sich zu regenerieren und zu stabilisieren. In diesen hundert Jahren erforschte sie viele Dinge, gewann neue Erkenntnisse...

...Alliierte...

...und Feinde!
PostPosted: Sat Nov 03, 2007 11:40 am


1. "Glossar"


Es herrschte ein reger Betrieb am Plutosprungtor, wie so oft stauten sich die Frachter, Kreuzfahrtschiffe und Militärschiffe am äußersten Punkt des Sol-Systems, Heimat der Menschen. Die Kommunikationskanäle der Station "Farewell" waren andauernd belegt mit Anfragen, Bestätigungen und Freigaben. Unter den zahlreichen Schiffen tummelten sich auch eine Vielzahl an Reparaturschiffen, sowie Eskortenjäger und einfach nur zivile Kleinschiffe. Es schien ein ganz normaler Betriebszyklus zu sein. "Hier Panzerkreuzer 'Asimov' erbitten Durchflugerlaubnis nach Kolonie Altaria!", sendete ein Militärschiff, was selber für seine Klasse gigantisch war. "Hier Farewell! Erlaubnis erteilt!". langsam schob sich der kilotonnenschwere Koloss in Richtung Sprungtor. Hätte dieses Schiff nicht schmale Fenster gehabt, würde man diesen Titanen der von Menschenhand geschaffen wurde nur über die Sensorperipherie wahrnehmen. Die Oberfläche war nach all den Jahren im All von Mini-Asteroiden raugeschliffen. Hier und da schimmerten im entfernten Licht der Sonne aufgeschweisste Panzerplatten auf. Dieses Schiff war zu recht das Flaggschiff der terranischen Allianz und der Stolz eines schon lange nicht mehr existenten Russlands. Sämtliche Staaten wurden nämlich vor zweihundert Jahren aufgelöst und die Erde von einer globalen Regierung, der terranischen Allianz, regiert. Vorbei an den Frachtern schob sich das Schiff gemächlich Richtung Sprungtor.

"Noch zwei Minuten bis Eintritt in den Subraum!", meldete ein Navigator. Der Kapitän, der eigenartigerweise kein Mensch war, sondern ein Angehöriger der Groghata, stand auf der Brücke und schaute gespannt auf das Tor. Obwohl seine Statur für das menschliche Auge zu lang und zu schlank war. So strahlte er in seiner Haltung eine bestimmende, würdevolle Strenge, welche stets den Raum erfüllte in dem er sich aufhielt. "Waffenenergie auf null setzen!", befahl er mit einer durchdringenden, klaren und tiefen Stimme. "Waffenenergie wird heruntergefahren!", meldete ein technischer Offizier. Das Herunterfahren der Waffenenergie war eine Sicherheitsmaßnahme, um dem Gastgeber das Signal einer friedlichen Mission zu vermitteln, ausserdem sind häufig Schiffe mit geladenen Waffen im Subraum "verschwunden". Der Steuermann gab sich die beste Mühe um den gigantischen Koloss durch das Tor zu bringen. "Kontakt mit Ereignishorizont in drei, zwei, ei...", die Meldung des Navigators wurde durch den magnetischen Sog des Tores unterbrochen und augenblicklich verschwand das Schiff ins nirgendwo.

"Terradatum: 28.01.2978, Terrazeit: 19.38 Uhr, Altariakolonie erfolgreich erreicht!", meldete der Bordcomputer. "Käpt'n unbekanntes Flugobjekt!", meldete einer der Sensoroffiziere. Doch der Kapitän ignorierte diese Meldung. Es war normal, dass nach dem Sprung noch Materienechos gemessen wurden, viele sind bisher darauf hereingefallen und fanden in dieser schon alltäglichen Erscheinung ihr Leben. "Käpt'n, das ist kein Materienecho!", meldete der Offizier wieder. "Auf den Schirm!", befahl der Kapitän. Zunächst war dort nur das Materienecho zu sehen. Langsam brach die Illusion zusammen und innerhalb dieses Schattens lag ein kleines schwertförmiges Schiff. Die leuchtend grünen und pupillenlosen Augen des Kapitäns verengten sich. Er war ein Fachmann in Erkennung der Herkunft, durch Erkennung des Designs. Doch dieses paradoxe Design, stromlinienförmig als auch hart und kantig, sowie die Mischung verschidener Bauelemente ließ nichts einfeutig erkennen. Er konnte es nicht mal als Piratenschiff erkennen, Piraten bauten ihre Schiffe nur aus Schrottteilen und selbst dann war auch zu erkennen woher dieser Pirat stammte. Nein, dieses Schiff war mit absoluter Sicherheit einzigartig.

Es regte sich auch nicht. "Schicken sie die Standardform heraus!", befahl der Kapitän. "Unbekanntes Schiff, hier terranischer Panzerkreuzer Asimov, identifizieren Sie sich!" Einige Sekunden der Ruhe vergingen. "HACKINGSIGNALE AUF ALLEN FREQUENZEN!!!", wurde die Ruhe vom technischen Offizier unterbrochen. Auf jedem Bildschirm im Schiff erschien das Antlitz einer maskierten Gestalt. Die weisse Maske war ausser den zwei "Augen" konturenlos. Sie schien zu reden anzufangen:" Ihr freien Rassen. Ich muss euch warnen! Lange Zeit hat man mich übersehen und ignoriert. Euer aller Leben steht auf dem Spiel. Ich weiss nicht wer SIE sind oder woher genau sie kommen. Ich weiss nur, sie kommen nicht aus unserer Galaxie. Sie ziehen von Planet zu Planet und fressen alles auf. Ich bin der letzte meiner Art und ich hätte schon lange tot sein müssen!"...

Verderbnis
Captain


Verderbnis
Captain

PostPosted: Wed Nov 07, 2007 1:35 am


2. Totes Zeugnis


Der Kapitän war fassungslos. Die Gestalt vor ihm war ihm fremd, doch er kannte diese Entschlossenheit in der Betonung des Fremden. Sie benutzte gar keine Körpersprache während sie redete und sprach mit einer kräftigen und klaren Stimme, dass die Integrität sogar den Kapitän vor Furcht erzittern ließ. Diese Gestalt war eindeutig ernstzunehmen. "Vor Jahrtausenden, als die Zivilisationen von Terra, Altaria, Sigma, Bed Al Guex und Al Debaran sich noch in den Anfangsstadien ihrer Evolution befanden, flog meine Zivilisation schon zu den Sternen. Wir verfügten über keine herausragenden Technologien, was uns später die Existenz kostete." Der lippenlose Mund des Kapitäns öffnete sich einen Spalt weit. "Ich habe soeben das Sprungtor gehackt und mit einem alten meiner Zivilisation verlinkt, sie werden keine Wahl haben, sie werden durchfliegen!", erklärte der Fremde. Augenblicklich setzte sich die Asimov in Bewegung zurück in Richtung Sprungtor. Das eigenartige Schiff verschwamm plötzlich mit dem Raum und war spurlos verschwunden. Mit viel zu hoher Geschwindigkeit prallte der gigantische Panzerkreuzer im Ereignishorizont, welcher so starke Magnetimpulse auslöste, dass einige Besatzungmitglieder ohnmächtig wurden.

Auf der anderen Seite erwartete sie ein Bild des Grauens; ein roter Riese, der wohl seit Äonen dieses System dominierte erstrahlte sein schwächeres rotes Licht aus. "Sonnenschutz hochfahren!", befahl der Kapitän. Und sofort wurden rund um die Schiffsfenster geschwärzte Scheiben aus Keramikglas hochgefahren. Etwas was die Terraner gut konnten, war die Eigenschaft alte und bewährte Technologien immer wieder zu verwenden. Eine solche Denkweise schätzte der Kapitän. "Scannen sie unsere Position!" - "Lokalisierung nicht möglich, sämtliche Sternenformationen haben keine Ähnlichkeit mit denen aus unseren Datenbanken!" Plötzlich öffnete sich ein Kommunikationskanal von dem uralten Sprungtor:" Willkommen auf Dreveda, dies ist die tote Welt, welche ich ihnen zeigen will!" Eine bekannte Stimme meldete sich. Es war der Fremde. Der Kapitän befahl sofort Kurs auf den ersten Planeten zu nehmen. Die Asimov beschleunigte langsam auf Exponentialgeschwindigkeit. Schon alleine auf den Hinflug erkannte so ziemlich jeder der aus dem Fenster blickte, welches Grauen der Zivilisation von Dreveda widerfuhr. Im gesamten Raum waren die Trümmer unzähliger Schiffe von klein bis riesig. Die Scans ergaben sogar eine Menge organischer Materie in diesem System. Das ganze System wurde von der sterbenden Sonne in ein morbides ekelhaftes rot getaucht. Noch dazu bekamen viele terranische Mitglieder der Besetzung eiskalte Schauer auf dem Rücken als sie sahen, wie die Trümmer ein leuchtendes rot reflektierten. Ein rot was die Menschheit schon seit Jahrtausenden in Schrecken versetzte. Alle Wracks schimmerten blutrot. "Käpt'n unbekanntes Flugobjekt fliegt direkt auf uns zu!", erschrack sich der terranische Navigator plötzlich, er sah zu lange diesem schaurigen System zu. "Waffen laden und Sicherheitsstationen besetzen!" Mit ungeheurer Geschwindigkeit flog ein äußerst eigenartiger Flugkörper auf den Kreuzer zu. Er schien zu Leben.
PostPosted: Sat Nov 10, 2007 10:17 am


3. Käferplage


Die Asimov flog dem anderen winzigen Objekt entgegen. Der Kapitän befahl zwei Jägerstaffeln auf Ekortformation mit dem Kreuzer zu gehen und bei Zeichen von Gefahr sofort das Feuer zu eröffnen. Die Jäger gingen in Position und begleiteten ihr Mutterschiff. Die ganze Besatzung war angespannt. Entweder schauten alle wie gebannt aus den Fanstern oder auf ihre Armaturen. Dieses sterbende System lähmte die Besatzung förmlich und versetzte alle Lebewesen in eine Art Schockzustand. Noch viele tausend Kilometer trennten diese beiden Flugobjekte voneinander. "Delta Geschwader ausrücken, fliegen sie in Formation mit dem Ding und holen sie soviel Daten wie möglich!". Es flammten die Treibwerke einiger schweren Jäger auf und es schoben sich fünf Flieger mit hoher Geschwindigkeit voran. Mit jeder Sekund die Verging stieg die Spannung an. Die Funkfrequenzen waren komplett ruhig und von der Besatzung traute sich auch niemand auch nur ein Wort zu verlieren. "NEIN NIIIIICH.....", zerriss ein Funkruf die Stille. Der Kontakt zum Deltageschwader riss plötzlich ab. Die Scan ergaben, dass das fremde Schiff und das Deltageschwader verschwanden. "Alphageschwader ausrücken und nach Überlebenden suchen!" Das Alphageschwader zog sofort die Maschinen zur Seite und flog zur letzten bekannten Stelle. Jedoch waren ausser Trümmern und Fetzen aus verschiedenem organischen Material nichts zu finden.

Auf der Asimov spielte sich währenddessen etwas sehr eiganartiges ab. Überall auf der Hülle waren hämmernde Laute zu hören. "Käpt'n unzählige Fremdkörper beschädigen die Aussenhülle!" - "Alle Mann an die Waffen und auf Gefechtssituation innerhalb des Schiffes vorbereiten!" Die ersten Käfer brachen durch die Frachtluken und Schleusen. Auf dem Schiff war ein Reisenaufruhr, alle rannten sie schwerbewaffnet durch das Schiff, hinein ins Frachtdock und den Landedocks. Frachtdock drei wurde als erstes aufgebrochen. Die Besatzungsmitglieder, die darin befindlich waren wurden allesamt hinaus ins All gesogen. Mit einer unendlichen Grausamkeit schlachteten die Käfer die Gegenwehr ab. Sie schienen sich auf ihre jeweiligen Bedürfnisse anpassen zu können. So wuchsen einige auf Größen und fraßen Besatzungmitglieder in einem Bissen. Der Kapitän war fassungslos. Die Käfer schienen unbesiegbar und unaufhaltbar dieses Schiff zerstören zu wollen. "Alle Mann sofort das Schiff verlassen!", befahl der Kapitän. Die letzten paar hundert Überlebenden suchten sofort die Fluchkapseln auf. Der Kapitän hoffte inständig, dass die Flucht für seine Mannschaft nicht vom Regen in die Traufe führte. Von der Brücke aus verschaffte er sich zugang zur Waffenkontrolle. Er überbrückte mit wenigen Handgriffen die Sicherheitsfunktionen und machte somit die Dragoner scharf. Die Asimov trug nämlich in ihrem Leib riesige Minen, wovon eine schon kleinere Monde vernichtete. Die Käfer kamen der Brücke immer näher und der Kapitän saß in seinem Stuhl. Er lächelte, trotz des Chaos um ihn herum. Er würde es eh nicht mehr in eine Fluchtkapsel schaffen. Eine Träne der Trauer um dieses Schiff lief ihm sein flaches Gesicht herunter.

Von den Fluchtkapseln aus sah man wie die Asimov explodierte. Zuerst mitten im Munitionsdeck, was ganz weit unten in der Mitte lag. Dann wuchs die Explosion etwas höher. Zuerst bog sich das Schiff in der Mitte nach oben und nach einer weiteren Explosion nach unten. Als nächstes explodierte der Antriebskern, wodurch die Triebwerke regelrecht weggeschleudert wurden. Die Explosionen wanderten auf den Bug zu, wo sie endgültig die Brücke verschlangen. Bei diesen Explosionen überlebten nur wenige. Von 1500 Mann sind nur neun Leute in den Fluchtkapseln, sowie zehn weitere aus dem Alphageschwader übriggeblieben.

Verderbnis
Captain


Verderbnis
Captain

PostPosted: Mon Nov 12, 2007 5:44 am


4. Wiedersehen


Es war ein schöner und sonniger Tag in Madrid, Sitz des terranischen Ministeriums für interstellare Bergungen. Auf dem gorßen Vorplatz des sehr großen Hauptgebäudes waren Individuen aus vielen verschiedenen Spezies unterwegs. Mitten in dieser Menge war eine junge Frau unterwegs und bahnte sich mit eiligen Schritten einen Weg durch die Ansammlung. Sie war nicht sonderlich groß, aber ihre weiblich aber auch kräftige Statur wirkte sehr selbstbewusst und direkt. Ihre langen schwarzen Haare hatte sie gründlich zu einem Zopf geflochten. Sie schien einen Adlerblick zu haben und ihre grauen Augen erhielten dadurch noch etwas stechendes und unsympathisches. Sie lief auf die große Häuserfront zu und als sie nach ihrem Ausweis gefragt wurde blieb sie nicht stehen, sondern lief eilig vorbei und zeigte ihren Ausweis im Vorbeilaufen. Sie schien es sehr eilig zu haben. Sie lief die Flure entlang, bis sie endlich in einem sonnigen Konferenzraum stand. Die Sonne schien durch und verstreute sich überall im Raum. Fast schon ironisch in so einem Ambiente gewisse Themen zu behandeln. "Willkommen, Officer de Marquez!" begrüßte sie ein betagter Mann. Er saß ziemlich bequem in seinem großen Ledersessel und redete mit einer ziemlich ruhigen Stimme. "Ich werde ihnen jetzt Bildmaterial zeigen was streng vertraulich ist. Sie müssen darüber strengstes Stillschweigen bewahren."

Der Mann drehte sich beiseite und befreite den Blick auf einen Bildschirm. Es baute sich ein Bild auf. Es war wohl eine Kameradrohne die um eine Raumschiffhülle flog. Aus einem Winkel sah man mehrere Raumschiffe beschleunigen. Dann sah man als die Drohne die Hülle weiter umflog, dass eigenartige Käfer sich an einer Luke zu schaffen machten, das Bild brach plötzlich ab. Als wieder ein Bild kam, sah man einen riesigen Koloss explodieren. Es war die Ansicht aus einer Fluchtkapsel. Die Menschen darin schienen panisch zu sein. Das letzte was man sah, war eine riesige Panzerplatte die auf die Kamera zuflog, gerade als man erkannte was darauf geschrieben stand, wurde das Video gestoppt. De Marquez war schockiert. Sie ging an den großen Bildschirm heran und schien die Buchstaben berühren zu wollen. "A-S-I-M-O-V" stand da in großen Lettern geschrieben. Sie drehte sich um zu dem Mann und fragte kurz angebunden:" Ist er noch am Leben?" Der Mann wusste nicht genau wen sie meinte, deshalb antwortete er ziemlich persönlich:" Emilia, es tut mir Leid, aber dein Bruder und dein Vater sind umgekommen und Sancho wird wohl für den Rest seines Lebens ein Krüppel bleiben." Sie brach in Tränen aus und schaute sich panisch um. "Ich stelle ihnen einen Wagen bereit, sie werden in sein Krankenhaus gefahren. Ich werde mitkommen, er ist schließlich mein Sohn!", sagte der Mann, der selber eine Träne in seinem, nicht bionischem, Auge hatte.

Das Krankenhaus war riesig. So ziemlich das Größte auf der Erde. Es befand sich im Südwesten von dem Gebiet wo früher einmal Deutschland lag. Es war darauf ausgelegt möglichst viele Spezies, Krankheiten und gesundheitliche Probleme zu heilen. Sancho war gezeichnet: Sein halbes Gesicht war bandagiert und ein Blutfleck liess darauf schliessen, dass ein Auge fehlte. An einer Hand fehlten drei Finger, die andere war nicht mehr vorhanden. Noch dazu waren seine Beine abgerissen. An seinem Kopf waren Elektroden angeschlossen und das EKG piepte langsam und eintönig. Emilia nahm die Hand und heulte nur noch mehr. "Keine... ...Sorge...!", hörte sie eine leise Stimme. Sie schaute sich um: es war nicht Sancho selber, sondern ein Hologram was in dieser Klinik benutzt wurde, um Patienten Kommunikationsmöglichkeiten zu geben. Auf dem Beistelltisch stand eine kleine Projektion von Sancho wie er vor dem Vorfall aussah. Mittellange schwarze Haare, tiefbraune Augen sowie gebräunter Haut. Sein Sinn für Mode schlug sich auch in seinem projizierten Klamottenstil nieder, er trug einen edlen schwarzen Anzug. Jedoch ließen die Medikamente welche in ruhigstellten nicht zu ihn normal sprechen zu lassen. Das virtuelle Abbild erblickte den älteren Mann und lächelte ironisch:" Vater... ...ich glaube... ...das... wird Tradition!" Sein Witz war auf das rechte Auge bezogen, was jetzt beidem fehlte. Der Vater verschränkte die Arme und verzog die Mundwinkel, sie vertrugen sich beide nicht allzu gut. Der einzigste Grund weshalb sich beide nicht an die Kehle gingen war Emilia, die von ihrem Schwiegervater zutiefst respektiert und von Sancho zutiefst geliebt. "Emi...lia... ...das... was...", er pausierte und schien zu überlegen," ...ich sah... war... ...das Grauen!". Sanchos Vater äußerte sich plötzlich:" Sancho, lass nur, ich werde ihr gleich die Mission erteilen. Und er fügte hinzu:"Mache dir keine Sorgen, du wirst wieder gesund!" Diese Worte kamen mit einer Sicherheit über seine Lippen, wie sie nur jemand sagen kann, der reich genug ist und der sich Luxusorganreplikate leisten kann, allerdings schwebte auch leichte Verachtung mit im Unterton. Emilia war im Begriff den Raum zu verlassen und Sanchos Vater blieb noch kurzzeitig in dem Raum und schaute seinen Sohn an. Plötzlich regte sich Sanchos realer Kopf und starrte seinen Vater durch die Bandagen an. Das virtuelle Abbild blickte ebenfalls in diese Richtung. Gerade als der alte Mann durch die Tür gehen wollte wurde er von der leisen Stimme seines Sohnes verabschiedet:" Vater...", der Mann drehte sich um, "...fick dich!" Wortlos verlies der Mann den Raum.
PostPosted: Tue Nov 13, 2007 8:43 am


5. Der Auftrag


Tage vergingen und Emilia verbrachte Tage in Stuttgart. Sie hatte dort eine Wohnung gestellt bekommen. Die Kommunikation fiel ihr sehr leicht, da in den letzten hundert Jahren die Welt soweit zusammenwuchs, dass eine einzige Sprache von allen Menschen auf Terra gesprochen und verstanden wurde. Jeden Tag besuchte sie ihren Geliebten. Inzwischen sind einige seiner Wunden verheilt und er brauchte nicht mehr das medizinische Kommunikationshologram. Seine rechte Augenhöhle wurde immernoch durch ein großes Pflaster verdeckt. Sein Gesicht schien zum Glück nicht allzuviel abbekommen zu haben, außer dass nun eine glatte Narbe sich quer über sein Gesicht zog. Als sie ihn besuchte blickte er zu ihr rüber und begrüßte sie freundlich. Er richtete sich auf. Dort wo früher die Wunden seiner schweren Verletzung zu erkennen waren, waren nun Polymerfassungen implantiert. "Die Prothesen bezahle ich selber!", sagte er unaugefordert. "Aber...", wollte sie widersprechen. "Eher lasse ich mich als Krüppel erkennen, als von meinem Vater geklonte Körperteile finanzieren zu lassen!". Seitdem Sanchos Mutter verstarb hatte er mit seinem Vater ein sehr negatives Verhältnis. Vielleicht war es eine Folge seiner jugendlichen Rebellion, als er anstatt bei seinem Vater im Ministerium zu arbeiten einen eher praktischen Job als Navigator der terranischen Kampfverbände anzunehmen. Er blickte aus dem Fenster. Er wusste, dass sein Geld niemals für legale Prothesen reichen würde. Das war ihm auch egal. Auf dem Schwarzmarkt gab es Ersatzteile mit gewissen Vorzügen. Sie nahm seine Hand und hielt sie eine Weile. Es verging mindestens eine Stunde und beide redeten kein Wort miteinander. Es war kein unangenehmer Moment, es war einer der intimen Momente, der nur den beiden vorbehalten war. Sie stand auf und blickte zu ihm herab, ihr sonst so scharfer Blick der vorher abstiess hatte nun etwas warmes und herzliches. "Soll ich dir morgen ein paar Zeitschriften mitbringen?", fragte sie mit der Stimme, mit der sie nur ihn ansprach. "Ja, das übliche!" antwortete er mit einem Lächeln.

Am Abend saß sie in ihrem Apartement und erwartete Sanchos Vater um das Missionsbriefing zu empfangen. Sie saß auf ihrem Bett und las einige Dossiers und Berichte über die Asimov um sich vorzubereiten. Fast schon gespenstisch wirkte die Ruhe um sie herum. Sie merkte, dass irgendwas nicht stimmte. Sie griff langsam nach ihrer Schublade, öffnete sie und zog eine Pistole heraus. Blitzschnell drehte sie sich um und hielt sie einer maskierten Gestalt vor das Gesicht. "Sie brauchen nicht zu denken, dass das funktionieren wird!", begrüßte sie die Gestalt. Sie drückte ab, aber es löste sich kein Schuss, sondern der Schlitten sprang vom Handstück und die Mechanik der Waffe flog in alle Richtungen. Sie schrie:" WAS WOLLEN SIE?" - "Widmen Sie mir fünf Minuten ihrer Zeit!" Sie immernoch gelähmt und wusste nicht sich zu helfen. "Sie sind ein ganz besonderes Wesen, weshalb ich sie auswählte einen Feind zu bekämpfen." Die lange schlanke Gestalt hatte die Arme vor sich verschränkt und benutzte keine Körpersprache. "Es ist ein Feind allen Lebens in unserer Galaxie, noch schlimmer als die Scripa. Sie besitzen etwas, was mir hilft sie zu bekämpfen. Ihr Schwiegervater ist nicht der den er vorgibt zu sein. Er ist auf der Suche nach einem Artefakt, was ich brauche. Ich werde Sie später nochmal kontaktieren." Kaum brachte er seine Worte zuende verschwand der maskierte Fremde als würde er einfach mit der Umgebung verschmelzen. Als würde sie ihren Augen nicht trauen tastete Emilia nochmal die Stelle an der der Fremde stand mit den Händen ab. Es gab keine bekannte Technologie, die ein einfaches "Verschwinden" ermöglichte.

Am nächsten Tag traf sie ihren Stiefvater, der sie einem Briefing unterzog. Sie sollte in drei Wochen mit einer nicht registrierten Militärkorvette zu einer Piratenbasis in einem Randsystem der Galaxie fliegen und sich dort mit einem Kontaktmann treffen. "Miguel, wenn ich eine persönliche Bitte äußern darf, ich möchte erst losfliegen, wenn Sancho wieder auf den Beinen ist!", wendete sie sich an ihren Schwiegervater. Er antwortete nur kurz angebunden mit einem "Ja, geht in Ordnung", wobei auch wieder etwas ziemlich Gleichgültiges zu hören war. Stets wenn er auf seinen Sohn angesprochen wurde, schwebte etwas feindliches in der Luft.

Verderbnis
Captain


Verderbnis
Captain

PostPosted: Mon Nov 19, 2007 8:24 am


6. Viel Glück da draussen


Zwei Wochen vergingen, zwei Wochen indem die Mitteleuropäerin kaum schlief. Zuviele Dinge, die ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen. Sancho hatte inzwischen seine Prothesen bekommen und anscheinend wählte er doch Ersatzteile, welche erst auf den zweiten Blick zu erkennen waren. Während sie Dossiers, Berichte und Akten über die Piraten wälzte, musste er zum Gewöhnungs und Abstimmungstraining. Eine Standardprozedur, die man beim Erhalt von bionischen Ersatzteilen durchläuft, um die Patienten umzugewöhnen und die Ersatzteile möglichst lebensecht funktionieren zu lassen. Mit eisernem Willen unterwarf er die kalte Mechanik seiner Kontrolle, er wollte nur möglichst schnell wieder zu seiner Gattin. Dann war es endlich soweit. Auf dem Stuttgarter Raumhafen wartete ein schlankes, weisses Shuttle auf das junge Ehepaar. Der Bauch des schlanken Systemtransporters war mit schwarzen Kacheln besetzt und an den Seiten prangte das Logo der terranischen Schiffe: Eine alte Studie von einem Künstler vor Jahrhunderten geschaffen, welche einen Menschen in einem Kreis und einem Quadrat darstellte. Es war zwar zu Anfang nur eine Studie des Künstlers Leonardo Da Vinci, jedoch gewann dieses Bildnis an Bedeutung als der terranische Staat dies zu seinem Wappen erklärte.

Der Tag war ziemlich nieselig, jedoch änderte dies nichts an der Stimmung der beiden, sie waren nur froh, nach den Strapazen, zwei Monate nachdem Asimov-Vorfall wieder beisammen zu sein. Sie betraten das Schiff und machten erstmal große Augen. Es war alles luxuriös eingerichtet. Sancho sah in allem sofort die Handschrift seines Vaters, aber machte sich nicht die Mühe sich darüber aufzuregen. Er nahm einfach nur ruhig Platz. Sie blickte aus dem Fenster, die recht geschmacklosen Stahl und Glasbauten sagten ihr nicht zu, sie bevorzugte noch alte Bauten mit ihrem Stuck und mehr Persönlichkeit. Nach einigen Minuten kam auch der Pilot, seine Uniform trug er ziemlich akkurat und seine Haltung ließ auf eine strenge Militärausbildung schließen. "Sind Sie das Ehepaar 'de Marquez'?", fragte er mit einer strengen und bestimmenden Stimme. "Ja!", antwortete Sancho. "Klaus Jansen mein Name, ich bin ihr Pilot!", stellte sich der Pilot kurz angebunden vor. Er betrat umgehend das Cockpit und hielt sich nicht weiter mit seiner Umgebung auf. "Schnallen Sie sich an, ich denke mal sie kennen die Standardprozeduren beim Start!", sagte er während er die Armaturen checkte. Das Pärchen Schnallte sich an, während Pilot Jansen schon die Fahrwerke in Bewegung setzte. "Hier Serviceshuttle Alpha/459, erbitte Startplatz." - "Hier Stuttgart-tower, ihr Startplatz ist Rifle 3" - "Verstanden, begebe mich zu Rifle 3" lief innerhalb von wenigen Sekunden über den Kommunikationskanal. Das Shuttle fuhr umgehend um den Hangar herum, wo gleich 4 stählerne Kolosse zu sehen waren. Dies waren die riesigen Schienenkanonen, welche Schiffe, mit Hilfe von Magnetfeldern, in die Erdumlaufbahn schossen. In den Bodenbereich bei Rifle 4 fuhr gerade ein kleineres Frachtshuttle ein. Die Sicherungsluke schloss sich, von den Feldgeneratoren zuckten schon Blitze auf und plötzlich wurde das kleine Frachtshuttle auf mehrere hundert km/h beschleunigt und ins All geschossen. Das Shuttle fuhr langsam in die dritte Abschussvorrichtung. Es war ein beängstigender Eindruck umgeben war man nur von schwarzen unbarherzigen Stahl, welche das Schiff zu verschlingen schien. Zunächst wurde das Schiff per Laser vermessen und zusätzlich gewogen. "Hier Stuttgart-Tower! Berechnungen abgeschlossen, Viel Glück da draussen!", meldete sich die Flugsicherung. Auf einer Touchscreenarmatur leuchtete nun ein grünes Symbol auf, Jansen drückte drauf, ohne hinzuschauen. Mit einem Ruck wurden alle Passagiere an Bord in den Sitz gepresst und das Schiff beschleunigte innerhalb weniger Sekunden ins All. Nach wenigen Sekunden sah Sancho herunter auf die Erde.

Der Anblick schien nicht sonderlich spektakulär. Sie sah aus wie immer: In Mittelamerika im Yellowstonegebiet war ein riesiger klaffender Krater, ein Mahnmal an den Krieg gegen die Scripa, an diesem Punkt der Erde versuchten sie schon die thermische Energie des Erdkerns anzuzapfen. Und noch dazu der Honshukrater der vor 700 Jahren mehrern Millionen Millionen ein schnelles Ende bescherte und deren resultierende Schutzbestimmungen noch heutzutage die Erde schützten. Emilia wollte derweil etwas mit dem Piloten besprechen. Sie lief langsam auf die Pilotenkabine zu und öffnete langsam die Tür. Was sie sah erschreckte sie etwas; Um den Piloten schwebten einige Gebrauchsgegenstände, wie zum Beispiel ein altmodisches Blatt Papier, sowie ein Tintenfüller. Noch dazu ein Buch. Scheinbar gewöhnlich, dafür dass sie schon in einem gravitationsfreien Raum waren, jedoch unmöglich, bei künstlicher Schwerkraft. Plötzlich fielen die Sachen auf den Boden. Jansen erschrak und drehte sich um.
PostPosted: Sun Nov 25, 2007 2:50 am


7. Demaskierung


Jansen stand vor Schreck auf und drückte sich in die hinterste Ecke gegenüber der Tür. Emilia verschloss schnell die Tür. "Welche Kategorie?", fragte sie direkt. "Kategorie 6 in Kontrolle und Psychokinese und welcher Kategorie bei ihnen? Ich kann ihre Gedanken nicht lesen!" - "Keine, in meinem Kopf befindet sich eine Psychoabwehr, bei meinem Rang kann ich mir nicht erlauben mich psychisch beeinflussen zu lassen!" - "Sie wissen, dass neuronale Erweiterungen illegal sind?" - "Sie wissen dass sie als ungemeldeter Psychokinet der Kategorie 6 auf der Stelle exekutiert werden können?" - "Ich sehe, wir sind gleich auf! Keine Sorge, nur weil ich das Potential habe, ihnen mit einem Gedanken alle Knochen in ihrem Leib zu brechen, heisst das noch lange nicht, dass ich es auch machen würde." Emilia setzte sich neben ihn und schaute hinaus ins All. Er hatte eindeutig etwas vertrauenswürdiges an sich. Sancho machte inzwischen in der Passagierkabine lange Beine und schaute gelangweilt aus dem Fenster diesen Anblick war er gewohnt. Überall um ihn herum große Schiffe, kleine Schiffe, Stationen und Satelliten. Es war ein pausenloser Betrieb rund um den Planeten.

Sogar der Mond verlor vieles seines alten Charmes, übersäht mit Fabriken, alten He3-Raffinerieruinen und ausgehöhlt ist er Zeuge der Raumindustrialisierung durch Menschen. Auch war der Mond die erste Stelle an der Mann das Gefälle zwischen Armen und Reichen erkannte. Er war hauptsächlich im Besitz der Aenari-Corporation, welche zu einem hohen Preis ständig technologische Durchbrüche erwirkte und für den terranischen Zivilmarkt Schiffe produzierte. Jedoch war ihr wirtschaftlicher Erfolg auf einer Sache begründet; Menschen sind entbehrlich. Sogar Emilia musste schon gegen diesen mächtigen Feind antreten, als letztes Jahr ein Gewerkschaftsboss verschwand. Jedenfalls war es ein Anblick, an denen sich die Menschen vor tausend Jahren nicht satt sehen könnten. Sancho war schließlich einer der Navigatoren auf der Asimov und sah das All aus einer anderen Sicht, er brauchte keine Leitbojen, die meilenweit an Anomalien und Gefahrenfeldern vorbeileiteten. Sie flogen in Richtung Sonne, in Richtung des militärischen Sicherheitssektors "Merkur". Sancho kannte diese Strecke schon, auch hier empfand er wieder nur Langweile.

Er schaltete den Fernseher an. Er schaltete durch die Kanäle und stoppte bei den Nachrichten:"...oberster Erdenrpräsentant Julius Rogers besuchte heute wieder Altaria um im Asimov-Vorfall zu investigieren. Noch dazu sollen neue Technologien getauscht werden. Bei einer Razzia im Resnor-Fragmentenfeld im Verazon-System, wurden zahlreiche kriminelle Subjekte, Mutanten und Scripa getötet!...", erstattete eine sehr auf Freundlichkeit getrimmte Moderatorin. "Alles Lügen!", Sancho erkannte die Falschheit der Medien. Er schaltete weiter und sah zwei große rote echsenhafte Wesen, welche um einander tanzten. "Purr?" - "Zirp?" sie schienen gerade auf etwas gewisses hinauszuarbeiten. "Gurr?" - "Igitt!", sagte Sancho leise, "Alienpornografie!"

Verderbnis
Captain

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